Ich bin nun bereits seit etwa zwei Monaten in Tansania. Ich wohne in der Berufsschule, in der ich auch arbeite. Das St. Francis Trainingscenter ist eine berufsfördernde Schule für Frauen und Männer. Ziel der Einrichtung ist ganzheitliches Wissen an junge Menschen zu vermitteln, die keinen Schulabschluss und keine Berufschancen haben. Die Schüler*innen übernachten auch hier. So bin ich sofort präsent, wenn ich aus meinem Zimmer gehe. Anfangs war das sehr gewöhnungsbedürftig. Für die Schüler*innen ist es allerdings normal, die ganze Zeit miteinander und mit vielen Leuten unterwegs zu sein. Deshalb zeigen sie auch Besorgnis, wenn ich alleine in meinem Zimmer entspanne. Das ist definitiv ein Kulturunterschied.
Um 6 Uhr fängt das Gebet mit den Schwestern an. Die Schwestern wohnen etwa drei Minuten von der Schule entfernt. In der Kommunität leben elf Schwestern und elf Novizinnen. Die Schwestern sind sehr herzlich, freundlich und humorvoll. Anders als in Deutschland ist der Altersdurchschnitt der Schwestern hier deutlich niedriger.
Die Schule startet um 8 Uhr und endet um 16 Uhr. Die Schüler*innen lernen hier folgende Ausbildungen: Kochen, Nähen, Tour Guide und Electrical Engineering. In der Schule erledige ich manchmal ein paar Dinge für eine Schwester. Zudem gestalte ich teilweise den Deutsch- und Englischunterricht. Das ist definitiv eine neue Erfahrung. Allerdings war es anfangs schwierig einzuschätzen, ob die Schüler*innen mich wirklich verstanden haben. Denn hier ist Frontalunterricht üblich und die Schüler*innen waren zu Beginn etwas schüchtern, um Fragen zu stellen.
Letztens fand an der Schule die Graduation statt. Das war eine sehr große Feier. Die Schüler*innen haben getanzt und es gab sehr leckeres Essen. Anders als in Deutschland wird die Abschlussfeier hier vor den Prüfungen gefeiert. Das heißt die Prüfungen stehen nun noch bevor.
MaZ Antonia



