Zur Weihnachtszeit war ich bei vier verschiedenen Weihnachtsfeiern: bei der von der „School on Wheels“, bei einer Feier des „Handclasp“-Programms, bei der Hauptweihnachtfeier für alle und bei einer Feier für die Mitarbeitenden. Danach hatte ich mein eigenes Weihnachtsfest mit der Familie von meinem guten Freund Diego. Ich hatte zwei Lasagnen vorbereitet und als Geschenk mitgebracht.
Im Gegensatz zu Deutschland wurden hier keine Geschenke gegenseitig verteilt. Aber das gemeinsame Essen war sehr wichtig. Die Familie, bei der ich zu Gast war, ist eine Fischerfamilie, also gab es ganz viel Fisch über die Tage. Die Großeltern wohnen direkt am Strand, also konnten wir viel schwimmen und mit einem Paddelboot fahren.
Im vergangenen Jahr war ich privat schon einmal auf den Philippinen und verbrachte am gleichen Ort wie letztes Jahr mein Weihnachtsfest und ich merkte wirklich, wie ich mich auch mit den Großeltern und anderen Verwandten viel besser verständigen konnte, weil ich in den letzten Monaten Bisaya gelernt habe, das ist die Sprache der Menschen auf den Bisaya Inseln.
An Neujahr haben wir gemeinsam verschiedene Spiele gespielt. Immer zu zweit haben wir zum Beispiel einander eine Frucht zugeworfen und sind immer weiter auseinandergegangen, bis nur noch ein Paar übrig blieb, das die Frucht geworfen und – ganz wichtig – auch gefangen hat.
Mitte Januar hatten wir unser Zwischenseminar in La Libertad. Es war super gut organisiert und wir hatten genug Freiraum, um die anderen Freiwilligen gut kennenzulernen. Dort haben wir über Vieles geredet und Vieles gelernt, zum Beispiel: Wir haben die Projekte der anderen kennengelernt, wir haben über die kulturellen Probleme, die wir als Deutsche hier hatten, gesprochen, wir haben viel über Aktivismus gelernt und wie die Korruption innerhalb der Regierung abläuft. Sonst hatten wir auch einen Abend mit dem Bürgermeister von La Libertad, mit dem wir über verschiedenste Themen gesprochen haben.
Als ich zurückkam, gab es sehr viele kleine Kinder im Kindergartenalter, die im SOW dazu gekommen sind. Sie sind alle zuckersüß und haben Spaß im SOW. Besonders lieben sie es, wenn ich sie hochhebe, herumschleudere und herumjage. Sie mögen meine Aufmerksamkeit, machen aber manchmal gefährliche Sachen, um sie zu bekommen. Ich versuche dann in Bisaya zu schimpfen, aber das funktioniert meistens nicht, dann muss ich die andere Lehrerin holen.
Ein weiteres Problem ist, dass ich die kleineren Kinder nicht so gut verstehen kann, weil sie ein bisschen nuscheln und wenn ich frage, dass sie lauter sprechen sollen, dann werden sie super schüchtern und reden noch leiser. Trotzdem liebe ich sie alle so sehr.
Das Programm ist jedoch eigentlich auf Jugendliche, die nicht zur Schule gehen, fokussiert also auf 14- bis 18-Jährige, also hat sich das Management dazu entschieden, nur noch Ältere zum Projekt zuzulassen. Einen Tag nach dieser Entscheidung hatten wir nur einen Schüler und am nächsten gar keine Schüler*innen mehr. Nach ungefähr zwei Wochen hatten wir acht Schüler*innen und das Management hat sich dann entschlossen, dass die kleineren Kinder montags und mittwochs wieder kommen dürfen.
Ich finde, dass das eine gute Entscheidung des Management ist, weil die Kinder die Vorbereitung brauchen, damit sie hoffentlich später in der Grundschule erfolgreich sein werden. Sonst freuen sich die Kinder auch immer sehr auf die Schule. Ich freue mich immer auf die Schule, weil mit den Kindern die Arbeit nie langweilig ist.
Tibo







